Kupfer

Vor einiger Zeit lief im ZDF die Sendung Terra X: Die Minen des Hephaistos, in der es um die Kulturgeschichte des Kupfers ging. Irgendwie hatte ich die Reihe Terra X als eher reißerisch im Kopf, aber zumindest diese Folge war wirklich gut gemacht und ziemlich inspirierend.

Jeder kennt die Begriffe Steinzeit, Bronzezeit und Eisenzeit als Epochen der (europäischen) Ur- und Frühgeschichte. Allerdings kommt Bronze, anders als Stein oder Eisen, in der Natur nicht vor. Bronze ist eine Legierung, nämlich eine Verbindung von Kupfer und Zinn. Sie ist härter als Kupfer und Klingen aus Bronze behalten ihre Schärfe besser. Die Frage ist, wie die Menschen überhaupt auf die Idee kamen, Legierungen wie Bronze herzustellen und was vorher war.

Kupfer dagegen ist eines der ersten von Menschen genutzten Metalle. Die Zeit, als Kupfer schon verwendet wurde, Bronze aber noch unbekannt war, nennt man — und das war mir neu — Kupfersteinzeit. Sie war noch weitgehend schriftlos; es gab zwar schon Aufzeichnungen auf Tontafeln und Ähnlichem, sie beschränken sich aber auf einfache Buchführung. Der Beitrag von Terra X führt durch diese Kulturepoche, die vom 6. bis ins 3. Jahrtausend vor unserer Zeitrechnung dauerte. In dieser Zeit wurden die Grundlagen der Metallurgie erfunden. Kupfer wurde für Gebrauchsgegenstände, Schmuck, zeremonielle Objekte und wohl auch für Waffen verwendet. Allerdings eignete es sich dafür nicht optimal, eben weil es so weich ist. Die Kupfersteinzeit endet deshalb mit der Erfindung härterer Legierungen. Zuerst wurde Kupfer mit Arsen legiert. In der Stadt Arslan Tepe in Anatolien wurden daraus die ältesten bekannten Schwerter hergestellt. Später wurde Kupfer eben mit Zinn zu Bronze legiert und die Bronzezeit beginnt.

Spannend fand ich die Hypothese, dass erst duch die Entwicklung der ersten Bronzewaffen, wie man sie in Arslan Tepe gefunden hat, so etwas wie Groß- und Weltreiche entstehen konnte. Das Ende der Kupfersteinzeit bedeutete, so wurde es bei Terra X geschildert, einen grundlegenden Wandel in der Menschheitsgeschichte: Die bedeutensten Menschen ihrer Zeit waren danach nicht mehr Priester, sondern Krieger. Kurioserweise wurde Arslan Tepe selbst bald darauf bei einer Invasion der Kura-Araxes-Kultur zerstört und noch später dem Reich der Hethiter einverleibt. Interessante Zeiten im Sinne des angeblichen chinesischen Fluchs waren offenbar angebrochen.

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