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Fallstricke

Neulich kam meine Tochter mit einem Buch nach Hause, das sie beim Wettbewerb Känguru der Mathematik gewonnen hat: Fallstricke: Die häufigsten Denkfehler in Alltag und Wissenschaft von zwei Brüdern namens Frey. Gelesen hab’s dann ich; und zwar in einem Rutsch. Sehr unterhaltsam.

Die Autoren führen eine Reihe systematischer Fehler an, die Menschen immer wieder unterlaufen. Wie der Titel sagt, geschieht das im Alltag, aber auch in Forschung und Wissenschaft. Warum ist das so? Die Autoren schlagen dafür evolutionäre Begründungen vor: Die beschriebenen Arten von Fehlern waren in der Millionen Jahre währenden Entwicklung des Menschen bzw. des Gehirns letztlich weniger schlimm als andere, die wir nicht begehen. Erst in unserer modernen Lebenswelt bekommen diese Fehler plötzlich eine dramatische Bedeutung, zum Beispiel wenn wir beginnen, ganze Ökosysteme „managen” zu wollen.

Belegt wird der evolutionäre Erklärungsversuch durch Fallbeispiele. Illustriert wird er durch  im Text eingestreuten kleinen Tests, die der Leser mit sich selbst oder geneigten Opfern Lebenspartnern durchführen kann um die genannten Fehlertypen nachzuvollziehen.

Alles in allem ein durchweg lesenswertes Buch!

Limit

Neulich fand ich mich in einem Buchladen wieder, eine längere Bahnfahrt vor mir liegend. Traditionell habe ich also ein Buch gekauft — kommt immer wieder mal vor. Und weil ich kürzlich drüber gelesen hatte, sollte es Limit von Frank Schätzing sein. Der Schwarm hatte mir ja ziemlich gut gefallen, also eine sichere Wahl, glaubte ich.

Bedauerlicherweise erweist sich das Buch als praktisch unlesbar. Voller Information Dumps, also seitenlangen Beschreibungen von allem Möglichen, z. B. den Hintergründen der handelnden Personen, die dann eben nicht handeln, sondern sich faul zurücklehnen und beschreiben lassen. Das muss doch nicht sein. Herr Schätzing, das können Sie doch besser, das haben wir doch gesehen. Und dann findet sich das eine oder andere Stilmittel, etwa unvermittelte Rückblenden oder später plötzlich Ortsangaben als Unterkapitel, ohne dass es eine erzählerische Notwendigkeit gibt. Form ohne Inhalt?

Dann wäre da noch der Spannungsbogen. Konjunktiv irrealis, weil: es gibt keinen. Jedenfalls habe ich keinen entdeckt. Langwierig tröpfelt die Handlung daher, einige stereotype Pseudo-Konflikte zwischen ebenso stereotypen Charakteren, und nicht einmal die sind hardwerklich gut ausgeführt.

Als ich die Buchverkäuferin im Laden nach einer Taschenbuch-Ausgabe fragte, meinte sie, es täte ihr leid, nein, und „da wird’s auch noch lange keine geben!” Sie könnte Recht haben, denke ich mir. Schade.

Spielen: Nachtrag

Die neue Seite für unseren Spielenachmittag ist inzwischen auch „fertig” und unter diesem Link erreichbar:

http://www.heinecke.com/spielen

Spielen

Mal etwas Eigenwerbung: Am Sonntag findet zum ersten Mal der von Andrea ersonnene und organisierte Spieletreff für Kinder ab 10 statt. Hier der Link auf die Ausschreibung: [PDF]. Wenn’s ein Erfolg wird (zweifellos), spendieren wir dem Teil auch mal eine eigene Web Site.

Dazu erscheint in der Süddeutschen Zeitung auch ein kurzes Interview mit Andrea. Wird verlinkt, sobald’s da ist.

Google Wave

Gestern bekam ich endlich meine Einladung zu Google Wave. Hurra! Ich bin auch wichtig! :) Mehr davon später (vielleicht).

Erstaunlich…

…, wie ein Satz gewinnt, wenn ihm das Verb.

Graphen

Das hier find’ ich zum Beispiel recht cool. Man beachte die „Examples”.

Obst

Physalis oder Kapstachelbeere

Physalis oder Kapstachelbeere


Heißt es eigentlich „Physalis ist eines meiner Lieblingsöbster” oder ist diese Beugung für den Komparativ reserviert: „Äpfel sind viel öbster als Physalis”? Vielleicht weiss es die GSV. (Update: Sie weiss es.)

Und komm’ mir jetzt keiner mit einem Kanu!

Vorratsdatenspeicherung

Nettes Interview zum Thema bei der geliebten Bundesregierung…

Wicket, PRG und REST

Apache Wicket als Web-UI-Framework gefällt mir immer besser. So implementiert es zum Beispiel das POST-REDIRECT-GET-Muster („PRG”) statt POST-FORWARD.

Letzteres ist die übliche Methode, was meines Erachtens an einem Design-Fehler im HTTP-Protokoll liegt, und führt beim Betätigen des „Zurück”-Buttons im Browser zu der lästigen Nachfrage, ob man denn wirklich die Kreditkarte noch einmal belasten möchte oder dergleichen. Um dieses Verhalten zu vermeiden, muss eine aufwendige Sonderbehandlung in den entsprechenden Frameworks implementiert werden oder (ächz) man schaltet per Skript den „Zurück”-Button ab.

Wicket dagegen verwendet das einfache Pattern, als Antwort auf einen POST nicht eine Web-Seite, sondern ein Redirect zu schicken, so dass das eigentliche Resultat mit GET geholt wird. Dann klappt’s auch mit dem „Zurück”-Knopf, denn der POST wird nicht noch einmal ausgeführt.

Eine ausführliche Diskussion zum PRG-Muster findet sich zum Beispiel hier: http://www.strong-point.com/Blogs/tabid.

Wenn jetzt noch echte REST-URLs funktionieren würden, stünde der Weltherrschaft nichts mehr im Wege.

Ein kleines Tutorial, wie REST-URLs zumindest für GET-Requests in Wicket realisiert werden können, siehe hier: http://java.dzone.com/news/wicket-creating-restful-urls. Leider scheint es für POSTs, PUTs und DELETEs keine ebenso elegante Lösung zu geben, aber zum Glück sieht der Benutzer ja nur GET-URLs.